Heinersreuth hat jetzt einen Defi
Heinersreuth ist vorbereitet: Große Resonanz bei Defibrillator-Schulung auf dem Heinersreuther Hof
Was tun, wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht? Wenn das Herz aufhört zu schlagen und jede Sekunde zählt? Mit genau diesen Fragen haben sich am 23. März rund 50 Bürgerinnen und Bürger sowie Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Heinersreuth auf dem Heinersreuther Hof beschäftigt. www.raps-stiftung.de
Heinersreuth, 22. April 2026
Gewappnet für den Ernstfall
Hintergrund ist die Anschaffung eines öffentlich zugänglichen Defibrillators durch die Adalbert-Raps-Stiftung, die den Hof betreibt. Das Gerät wurde am 14. April offiziell an die Freiwillige Feuerwehr Heinersreuth übergeben und hängt gut sichtbar außen am Feuerwehrhaus, rechts neben dem Tor. Es ist bei der Leitstelle registriert und kann im Notfall schnell eingesetzt werden. Installiert und eingerichtet wurde der Defibrillator von der Feuerwehr selbst. Der Wert des Geräts liegt bei rund 3.500 Euro.
Beider Übergabe betonte Yola Klingel, Geschäftsführerin der Adalbert-Raps-Stiftung, die Bedeutung der Anschaffung: „Es hat uns gefreut, diesen Defibrillator zu fördern. Das gibt ein Stück Sicherheit für uns alle.“ Gleichzeitig verwies sie auf die vorhandene Kompetenz vor Ort: „Besonders schön ist, dass alle unsere Mitarbeitenden auch ausgebildete Ersthelfer sind. Am Hof ist immer jemand da, und im Zweifel kann man auch zu uns kommen, wenn man Hilfebraucht.“ Und sie ergänzte: „Ich hoffe natürlich trotzdem, dass wir den Defibrillator nie brauchen werden.“
Bürgermeisterin Anita Sack dankte der Stiftung für das Engagement und hob die Bedeutung des Heinersreuther Hofs für die Gemeinde hervor: „Es ist schön, den Heinersreuther Hof hier am Ort zu haben, es ist ein Vorzeigeobjekt und unsere Gemeinde hat schon sehr profitiert.“
Nichtzögern, sondern handeln
Um im Ernstfall schnell und richtig handeln zu können, hatte die Freiwillige Feuerwehr Heinersreuth bereits im Vorfeld zur Schulung eingeladen. Mit Tim Rochholz vom Bayerischen Roten Kreuz konnte ein erfahrener Referent gewonnen werden, der das Thema verständlich, praxisnah und eindrücklich vermittelte.
Schnell wurde deutlich, worauf es im Ernstfall ankommt: nicht zögern, sondern handeln. „Jede Herzzelle, die wir mit Sauerstoff versorgen können, ist Gold wert“, erklärte Rochholz. Entsprechend stand die Herz-Lungen-Wiederbelebung im Mittelpunkt des Abends. Mit etwa 100 bis 120 Druckbewegungen pro Minute gilt es, den Kreislauf aufrechtzuerhalten – auch wenn dies Überwindung kostet. Dass dabei im Zweifel Rippen brechen können, sei zweitrangig. Entscheidend sei, überhaupt tätig zu werden.
Helfen will geübt sein
Im praktischen Teil der Schulung konnten die Teilnehmenden das Gelernte direkt anwenden. Es wurde ausprobiert, geübt und nachgefragt – und dabei auch die Scheu vor dem Handeln abgebaut. Einfache Merkhilfen wie die „Disco-Regel“ – Anschauen, Ansprechen, Anfassen – machten es leichter, sich die ersten Schritte einzuprägen.
Auch der Einsatz des Defibrillators wurde anschaulich erklärt. Das Gerät erkennt selbstständig den Herzrhythmus und gibt bei Bedarf einen lebensrettenden Stromstoß ab. Gleichzeitig betonte Tim Rochholz, dass der Defibrillator die Wiederbelebung nicht ersetze, sondern sinnvoll ergänze. „Idealerweise beginnt eine Person sofort mit der Herzdruckmassage, während eine zweite den Defibrillator holt.“
Die Veranstaltung fand in der Scheune des Heinersreuther Hofs statt. Geschäftsführerin Kathrin Ranninger stellte dafür nicht nur die Räumlichkeiten, sondern auch Snacks und Getränke zur Verfügung.
So greifen in Heinersreuth nun mehrere Bausteine ineinander: ein öffentlich zugänglicher Defibrillator, engagierte Ersthelferinnen und Ersthelfer sowie das Wissen, im entscheidenden Moment richtig zu handeln.