Der erste Blaue Salon brachte Fachleute an den Heinersreuther Hof

Heinersreuth wird zum Treffpunkt für die Zukunft unserer Lebensmittel

07/2026

Die Adalbert-Raps-Stiftung brachte Fachleute aus dem ganzen deutschsprachigen Raum an den Heinersreuther Hof. Im Mittelpunkt stand nicht die Kulinarik und nicht allein die Landwirtschaft, sondern der gesamte Weg unserer Lebensmittel – vom Anbau über Verarbeitung, Handel und Gastronomie bis auf den Teller. www.raps-stiftung.de

Zwei Tage lang wurde am Heinersreuther Hof nicht nur gegessen, sondern vor allem diskutiert: Auf Einladung der Adalbert-Raps-Stiftung und in Kooperation mit dem Cluster Ernährung Kulmbach kamen am 24. und 25. Juni rund 30 Fachleute aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft, Handel, Gastronomie, Start-ups, Beratung, Kommunikation und Zivilgesellschaft zum ersten Blauen Salon zusammen. Ziel des neuen Dialogformats war es, Menschen mit ganz unterschiedlichen Perspektiven an einen Tisch zu bringen – fernab klassischer Konferenzformate. 

Statt Vorträgen und Podiumsdiskussionen prägten Audioimpulse, gemeinsame Arbeitsphasen, eine Küchenparty und Gespräche bis ans Lagerfeuer die beiden Tage. Im Mittelpunktstand der persönliche Austausch – miteinander statt übereinander. Die Wahl des Veranstaltungsortes ist dabei kein Zufall: Mit dem Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) und dem Cluster Ernährung zählt die Region Kulmbach zu den bedeutenden Lebensmittelstandorten Bayerns. „Dass Fachleute aus dem gesamten deutschsprachigen Raum für diesen Austausch nach Heinersreuth kommen, zeigt, welches Gewicht die Region Kulmbach in Ernährungsfragen hat. Genau dort wollen wir als Stiftung ansetzen: über die Zukunft unserer Lebensmittel dort diskutieren, wo Lebensmittel Tradition und Zukunft zugleich sind“, sagt Frank Kühne, Vorstandsvorsitzender der Adalbert-Raps-Stiftung.

Vom Podcast in den persönlichen Austausch

Der Blaue Salon ist aus dem Stiftungspodcast „BlauesBrot“ hervorgegangen. Während der Podcast Denkanstöße liefert, schafft das neue Format einen Raum, um die dort aufgeworfenen Fragen persönlich weiterzudenken und unterschiedliche Erfahrungen miteinander zu verbinden. Begleitet wurde der Blaue Salon von Lisa Zoth und Greta Konrad von Dark Horse aus Berlin. Mit der Methode Systemic Design unterstützten sie die Teilnehmenden dabei, komplexe Fragestellungen rund um die Transformation des Lebensmittelsystems gemeinsam zu betrachten und neue Perspektiven auf bestehende Herausforderungen zu entwickeln.

Auch konkrete Herausforderungen des Lebensmittelsystems kamen zur Sprache. So machte Simone Poppe (NewFoodConsulting GmbH und DLG e. V.) deutlich, dass viele Food-Start-ups bereits an komplexen Zulassungsverfahren scheitern und hier mehr Unterstützung sowie Aufklärung notwendig seien. Armin Vikari vom Cluster Ernährung in Kulmbach verwies ergänzend auf langwierige und kostenintensive regulatorische Verfahren, die Innovationen erschweren. Gleichzeitig plädierte er dafür, Erfolg realistisch zu bewerten: „Wenn eines von zehn Start-ups erfolgreich wird, ist das für mich bereits ein Erfolg.“

Dass der Blaue Salon den Nerv vieler Teilnehmender getroffen hat, zeigte auch das Fazit von Christina Rüter, Moderatorin der aktuellen Staffel des Podcasts „Blaues Brot“: „Ich könnte noch zwei Tage hier bleiben. Eine so tolle Mischung, ein so toller Ort – ich bin energetisiert.“ Besonders motiviere sie der offene Austausch über Transformation und Veränderungsbereitschaft im Lebensmittelsystem: „Mit vielen Menschen zu diskutieren, das treibt mich an.“

Die Ergebnisse derArbeitsphasen werden derzeit gemeinsam ausgewertet. Eine vertiefte inhaltlicheAufarbeitung folgt in den kommenden Wochen.

Über den Blauen Salon

Der Blaue Salon ist ein Dialogformat der Adalbert-Raps-Stiftung in Kooperation mit dem Cluster Ernährung. Aufbauend auf den Themen des Stiftungspodcasts „Blaues Brot“ bringt er Menschen aus unterschiedlichen Bereichen des Lebensmittelsystems zusammen. Ziel ist es, Perspektiven zu verbinden, systemische Zusammenhänge besser zu verstehen und den interdisziplinären Austausch über die Zukunft unseres Lebensmittelsystems zu fördern.

Christina Rüter (li) und Hanni Rützler (futurefoodstudio) arbeiteten mit ihrer Gruppe am Thema "Ökonomische Rentabilität und Überlebensdruck versus Nachhaltigkeitstransformation"

In Kleingruppen wurde über die Zukunft unserer Lebensmittel diskutiert und an Lösungsansätzen gearbeitet