ReCell: Upcycling von Lebensmittelnebenströmen für nachhaltige Zellkulturmedien

Ein Forschungsprojekt der Leibniz Universität Hannover in Kooperation mit Cultimate Foods

02/2026

Angesichts einer steigenden globalen Nachfrage nach alternativen Proteinquellen gewinnt die zelluläre Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Insbesondere mit Blick auf Nachhaltigkeit und Tierwohl stellt sie eine vielversprechende Alternative zur herkömmlichen, tierbasierten Lebensmittelproduktion dar.
Ein zentraler Hebel für ihre ökologische, ethische und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist das eingesetzte Kulturmedium.

Innovative Formulierungsstrategien für nachhaltigere und kostengünstigere Kulturmedien

Studien zeigen, dass das Kulturmedium z. B. bei der Produktion von kultiviertem Fleisch bis zu 48-89 % des gesamten ökologischen Fußabdrucks und rund 30 % der Produktionskosten ausmacht.

Das Projekt ReCell setzt genau hier an und entwickelt neuartige und effiziente Kulturmedien auf Basis von Nebenströmen etablierter Industrien. Ziel ist es, kritische Medienbestandteile wie Basismedien, FBS (fetales Rinderserum) und Wachstumsfaktoren durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen.

Neue Rohstoff-Kandidaten werden hinsichtlich Machbarkeit, Nachhaltigkeit, Funktionalität und biologischer Verträglichkeit getestet. Anschließend werden Formulierungen mit den vielversprechendsten Kandidaten optimiert und in größeren Bioreaktorsystemen validiert, um Leistung und Stabilität in industriellen Anlagen bewerten zu können.

Leibniz Universität Hannover

Projektleiterin: PD Dr. Antonina Lavrentieva

Kooperationspartner: Cultimate Foods GmbH